Unsere Schule versteht sich als lernende Organisation. Wir entwickeln uns fortwährend weiter und nehmen Anregungen von unseren Schülerinnen und Schülern, von den Lehrkräften und den Eltern auf. Wir beraten über Arbeitsvorhaben und evaluieren diese in unseren Gremien wie beispielsweise der Steuergruppe.
Dem Lernen Zeit geben
Dem Lernen Zeit geben
Mit unserem Arbeitsvorhaben „Dem Lernen Zeit geben“ gestalten wir den Schulalltag so, dass Lernen, Beratung und Beziehungsarbeit genügend Raum erhalten. Wir möchten Strukturen schaffen, die Ruhe, Orientierung und Eigenverantwortung fördern.
Ein wichtiger Baustein ist die Ankommens- und Orientierungsphase, mit der jeder Schultag beginnt. In dieser halbstündigen Einheit haben die Schülerinnen und Schüler Zeit, in Ruhe in der Schule anzukommen, den Tag zu planen und gemeinsam mit Lehrkräften die nächsten Lernschritte zu besprechen. Diese Phase stärkt die persönliche Verantwortung für das eigene Lernen und schafft Sicherheit für den weiteren Tagesverlauf.
Darüber hinaus setzen wir auf das Prinzip der Doppelstunden. Längere Unterrichtseinheiten ermöglichen es, sich intensiver mit Inhalten auseinanderzusetzen, ohne ständige Unterbrechungen durch Pausenwechsel. Dies sorgt für mehr Konzentration, Gelassenheit und eine nachhaltigere Vertiefung des Gelernten.
Neben diesen strukturellen Veränderungen legen wir besonderen Wert darauf, Zeit für Beratung, Begleitung und Beziehungsarbeit einzurichten. Denn Lernen gelingt am besten dort, wo Vertrauen entsteht und individuelle Förderung möglich ist. Ebenso wichtig sind die Räume für selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen, in denen Schülerinnen und Schüler ihre Stärken entfalten und eigene Lernwege erproben können.
So schaffen wir eine Lernumgebung, die nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Qualität, Vertiefung und Miteinander setzt.
Dieses Lernzeitenmodell erproben wir ab dem Schuljahr 2025/26, beginnend in Klasse 5.
Churer Modell
Churer Modell
Das Churer Modell ist ein pädagogisches Konzept zur individuellen Förderung und Lernbegleitung. Es wurde in den 1990er-Jahren an der Pädagogischen Hochschule Graubünden in Chur (Schweiz) entwickelt.
Kernidee:
- Lernen wird als individueller, selbstgesteuerter Prozess verstanden.
- Jede Schülerin und jeder Schüler erhält Lernaufgaben in verschiedenen Kompetenzbereichen, die sie in eigenem Tempo bearbeiten.
- Lehrpersonen übernehmen dabei die Rolle von Coaches sowie Begleiterinnen und Begleiter, weniger die Rolle von „klassischen Wissensvermittlern“.
Zentrale Elemente des Churer Modells:
1. Individuelle Lernpläne (Checklisten)
- jede/r Schüler/in arbeitet nach einem Plan, der persönliche Ziele, Tempo und Schwerpunkte berücksichtigt.
2. Lerncoachings
- regelmäßige Gespräche zwischen Lehrperson und Schüler*in, um Lernfortschritte zu reflektieren, Ziele anzupassen und Selbstverantwortung zu stärken.
3. Selbststeuerung und Eigenverantwortung
- Förderung von Motivation, Selbstorganisation und Reflexion.
- Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Arbeit oft in einem Portfolio.
Ziele:
- Förderung von Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Motivation.
- Bessere Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen und -geschwindigkeiten.
- Verknüpfung von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen (z. B. Teamarbeit, Selbstorganisation).
